Taizé und so …

Fragt man Menschen nach ihren Besuch in der Begeg­nungs­stätte Taizé, fallen die Ant­worten oft recht positiv aus. Viele sprechen von einer „beson­deren Atmo­sphäre“, einem „reinigen­den Erlebnis“ oder einer „prägen­den Erfah­rung“. Um zu erklären, wie dieses intensive Erleben zu Stande kommt, gilt es vorerst zu klä­ren, worum es sich bei dem kleinen Ort in Frank­reich überhaupt handelt. Die von Frère Roger ge­grün­dete Bruder­schaft bietet durch das ganze Jahr hin­durch Woche für Woche tau­senden Men­schen aus der ganzen Welt einen Ort zum An­kommen, Inne­halten und Auf­brechen. Die Kon­fession, das Alter oder die Her­kunft ist dabei neben­säch­lich, jeder ist will­kommen und wird für sieben Tage Teil einer un­vergleich­lichen Gemein­schaft. Zu­gegebener­maßen ist der Groß­teil der Be­sucher jugend­lich und christ­lich, was aber vor allem für diese Gruppe den Auf­ent­halt interes­santer macht, da man auf viele Gleich­gesinnte trifft und die Mög­lich­keit bekommt, sich aus­zutau­schen. In mehre­ren Ge­sprächs- und Arbeits­grup­pen lernt man schnell neue Leute kennen und hat die Möglich­keit, diese neu ge­schlos­senen Freund­schaften zu vertiefen, etwa abends beim im Camp allgemein bekannten „Oyak“ oder bei Ge­sprächen in der kerzen­beleuch­teten Kirche, die bis spät nachts ihre Tore offen hat. Davon ab­gesehen, findet man auch im­mer Zeit für sich selbst, um die Ruhe zu finden, die man im Alltag oft vermisst. 

Gerade diese Dualität macht für mich den Ort jedes Mal aufs Neue reizvoll, wes­wegen ich dieses Jahr das dritte Mal in Folge Taizé im Sommer be­suchte. Organi­siert wird diese Fahrt stets zentral vom Jugend­pfarr­amt Leipzig, wo­durch man mit Jugend­lichen aus ganz Leipzig und Um­gebung die Bus­fahrt nach Frank­reich be­streitet. Es gibt immer die Mög­lichkeit, dort eine der schon ein­gerichte­ten Ba­racken zu beziehen, unter­gebracht waren wir aber wie je­des Jahr in mit­gebrach­ten Zelten, da das auf­kom­mende Camping-Feeling für mich und meine Freunde einfach zu Taizé gehört. Für die nächsten Tage waren wir also nebst etwa 3000 anderen Gäste der Bruder­schaft. Viele der anderen Gruppen waren deutsch, wir lernten aber auch Spanier, Hollän­der, Schweden, Ameri­kaner, Bri­ten und viele mehr kennen. Mit Letzte­ren tausch­ten wir am Ende sogar unsere einheit­lichen Gruppen-T-Shirts, weil die jeweils andere Gruppe der festen Über­zeugung war, dass die eigenen T-Shirts furchtbar hässlich seien und ein inter­nati­onaler Aus­tausch doch das Beste sei, was wir machen könnten.

Die Möglich­keit der drei Gottes­dienste pro Tag nahmen wir nicht immer voll wahr, da die Nächte meistens zu lang waren, um früh­mor­gens eine Stunde still zu sitzen ohne ein­zuschla­fen. Das spricht tat­sächlich aber nicht im Allge­meinen gegen die Gottes­dienste, da diese mit ihren ein­gängigen, inter­natio­nalen Gesängen, ein­fachen Struk­turen und stillen Gebets­phasen weit über Frank­reich hinaus in­zwischen ver­dient an Popularität gewinnen. Abseits davon verbrachten wir nun dort eine Woche mit dem Singen von Songs (die paar Songs, auf die sich das inter­nationale Publikum einigen konnte, also eine gute Portion „Wonder­wall“), dem Malen hunderter Henna-Tattoos, dem Her­ziehen über das schlechte Essen, mit Ge­sprächen über Gott und die Welt, Fris­bee­spielen, in der Sonne Fau­lenzen, Tan­zen im Regen, Lachen, Weinen, zu vielen Emotio­nen und letzt­endlich vielen neuen Freund­schaften. Diesmal dokumen­tierte ich alles in meinem Skizzen- und Tagebuch, um wenig­stens einen Teil wieder mit nach Deutsch­land zu bringen und das Taizé-Feeling zu konser­vieren, damit es bis nächstes Jahr reicht, wenn ich dann wieder dorthin zurück­kehre. Denn das werde ich definitiv.

Jakob Wehner 

P. S.: Die besondere Atmosphäre von Taizé kann man auch am 19. November bei der >„Nacht der Lichter“ in der PAX erleben.


Superhelden im Kindercamp

Stark sein wie Asterix, fliegen wie Super-man, mutig sein wie Pippi Lang­strumpf und klettern können wie Spider­man. Im dies­jährigen Kindercamp in Deutzen drehte sich alles um (Super-)Helden.

Jedoch braucht man nicht immer Super­kräfte, um ein Held zu sein. Das zeigten uns die vielen Alltags­helden, die uns je­den Morgen zur Morgen­andacht besuch­ten. Sie berichteten von ihren Taten, wie z.B. ihrem ehren­amtlichen Engage­ment oder ihrem Mut, ganz allein in die weite Welt aufzubrechen. Außerdem wurde in den Themen­runden besprochen, dass jeder von uns ein Held sein kann, indem man z.B. der Umwelt hilft und sie schützt. Außer­dem wurde die Bibel nach Helden durchforstet.

Nachmittags gab es ein vielseiti­ges Work­shop-Angebot. Eines der diesjährigen High­lights war das Bogen­schießen (wie Robin Hood!), das Scheren der Schafe und natürlich das Baden im See.

Superheldenmut mussten die Limä­lions (so hieß unsere Gruppe) dann in der letzten Nacht beweisen, als das kom­plette Kinder­camp aufgrund eines mäch­tigen Regen­schauers in die benach­barte Grund­schule um­ziehen musste. Die Ma­tratzen lagen eng an eng, und draußen stürmte es. Doch mit viel Team­geist und Tapfer­keit wurde auch diese finale Aufga­be mit Erfolg bewältigt.

Und damit kann ich nur sagen: ich freue mich auf den Kindercamp­sommer 2020!

Text: Mara Mierzwa
Fotos: Matthias Bodusch


Offene Kirche 2019

Mit dem 3. Oktober endet für dieses Jahr unsere Aktion Offene Kirche. Beide Kirchen standen im Sommer fast jeden Nach­mittag von vier bis sechs Uhr weit offen, um den Gemeinde­gliedern und anderen Be­suchern die Gelegen­heit zu geben, sich außer­halb des sonntäg­lichen Gottes­dienstes in der Paul-Gerhardt-Kir­che oder in der Geth­semane­kirche ein­zufinden. Während dieser zwei Stunden ist stets jemand aus dem Kreis des Hel­fer­teams nicht nur zur Auf­sicht, sondern auch als Ansprech­partner an­wesend. In der Paul-Gerhardt-Kirche haben im Vergleich zum Vorjahr viel mehr Men­schen von diesem An­ge­bot Ge­brauch gemacht. Das ist vielleicht auch dem Ab­schluss der Außen­renovie­ungen zu ver­danken, wo­durch die Kirche jetzt wieder ohne Gerüst zum Besuch einlädt. In der Geth­semane­kirche sind die Besu­cher­zahlen in etwa gleich ge­blieben. Von besonderer An­ziehung war hier wieder die Kunst­ausstel­lung. Auch das Schulfest einer benachbarten Schule hat viele Be­sucher  in unsere Kirche gebracht. Leider kann die Kirchen­tür aber weiter­hin nicht offen und ein­ladend stehen gelassen wer­den, weil dadurch das Raum­klima für die Orgel un­günstig be­einflusst würde.

Beide Kirchen hatten zum Tag des Offenen Denk­mals ihre Tore geöffnet. Interes­sierte Be­sucher konnten an Kirchen­führun­gen teil­nehmen. In der Geth­semane­kirche war auch die Künst­lerin Sieglinde Werner zugegen und gab Erläute­rungen zu ihren Werken. Die Leipziger Volkszeitung ver­öffentl­ichte im Juli eine große, schön be­bilderte Auf­stellung der Offenen Kirchen in Leipzig, in der auch unsere Gottes­häu­ser zu finden waren.

Beim traditionellen ökumen­ischen Stra­ßenfest in Conne­witz stand die Kirche wie immer im Mittel­punkt. Es gab zahl­reiche Auf­führun­gen im Altar­raum, eine Kirchen­führung, eine Orgel­vorführung, und den ganzen Tag konnten Be­su­cher gegen eine kleine Spende für den Förder­verein den Turm bestei­gen. Einmal rückte die Paul-Gerhardt-Kirche unver­sehens in den Mittel­punkt des ak­tuellen politis­chen Gesche­hens. Eine Demonstration sollte vor dem Ge­mein­de­haus statt­finden, wurde aber kurz­fristig ab­gesagt. Statt­dessen nutzten fast dreißig Demon­strations­willige die Zeit, um die Stille in der Kirche zu erfahren. Über all dies und andere interes­sante Erleb­nisse und bewe­gende Erfah­rungen konnte sich das Offene-Kirche-Team im August im Kir(s)ch­garten von Conne­witz aus­tauschen.

Liebe Gemeindeglieder, wir sind für zusätz­liche tat­kräftige Unter­stützung im­mer offen und dankbar. Wer mit­machen möchte, findet Informa­tionen auf der >Home­page und ist auf jeden Fall sehr herzlich will­kommen!

Erna und Michael Gerlach