„Unruhe im Zirkus“

Lange Nacht der Krippenspiele in Dresden

Begeisterungs­stürme tobten in der pracht­vollen Jugendstil­kirche der Dresdner Ver­söhnungs­gemeinde für den Auftritt des Spiel­kreises zur 13. Langen Nacht der Krippen­spiele am 4. Januar mit dem Stück von 2015: „Unruhe im Zirkus“. Kaum vor­stellbar war es, dass der spiel­wütige und in vielerlei Hinsicht überaus talen­tierte Spiel­kreis unserer Ge­meinde mit einem anderen Stück als dem am Heiligen Abend 2019 in Conne­witz ur­aufgeführ­ten Krippen­spiel im Wett­bewerb der insge­samt sieben Gruppen auftrat.

Alle Jahre wieder ist es bemer­kens­wert, wie unter­schied­lich im Blick­winkel und in der Insze­nie­rung das Weih­nachts­gesche­hen von den Jugend­lichen und Kindern beim Krippen­spiel-Festi­val dar­gestellt wird. Der Preis der Jury ging diesmal an die Gruppe der Martin-Luther-Ge­meinde Mark­kleeberg-West, der Publikums­preis nach Dresden-Löbtau.

Text: Thomas Noack
Fotos: Arun Pal


„Weihnachten, und nichts wie weg“

Krippenspiel von Thomas Noack

Es gab weiße Weih­nachten in Conne­witz! Zumin­dest für die vielen, die sich wie­der auf­gemacht hatten in die Paul-Ger­hardt-Kirche zur Christ­vesper mit dem Spielkreis. Es ist eine bunt zusammen­gewürfelte Gruppe, die über Mountain-Tours ge­bucht hat, den Sechs­tausender zu er­klimmen. Die Palette reicht von den gut trainier­ten Jungs, die sich seit Monaten auf den Aufstieg vor­berei­ten, über den genuss­orientier­ten Spaß­vogel und die mode­beses­sene Sonnen­anbete­rin bis hin zur allein­leben­den Mutter, der die Kinder die Reise buchten, weil sie sich „die Welt ansehen“ soll. Alle scheint jedoch der Wunsch zu einen, Weih­nachten aus dem Weg zu gehen, dem ganzen immer wie­der­kehrenden Rummel aus Ge­schenken, Tradi­tionen, Ver­antwortun­gen, Zwängen und Pflichten zu ent­fliehen.

Würde das gelingen, wäre aus der Ge­schichte kein Krippen­spiel geworden. Natürlich werden die Protago­nisten in der Christ­nacht vom Geist der Weih­nacht ein­geholt, und zwar mit voller Wucht. Jeder wird auf sich selbst und seine Gefühle zurück­geworfen, merkt aber, dass sein Platz in der Gruppe wichtig und un­verzicht­bar ist und auch er bei­tragen muss zum Gelin­gen – oder gar Über­le­ben? – der Reise. Auf einmal zählt doch die Gemein­schaft, nicht nur, weil sich Mountain-Reisen als Adventure-and-de­saster-Tours entpuppt. Weit ab vom hei­matlichen Tannen­baum fühlen sie sich auf einmal doch alle Gott nahe; bringen Fremden tiefes Vertrauen entgegen, wer­den zu Helfern in der Not. Und – ja – es wird ein Kind geboren, auf der Flucht und unter un­wirt­lichen Bedin­gungen im Hoch­gebirge. Die Ge­schichte rührt an, bewegt, hallt lange nach. Die musika­lische Beglei­tung des Schnee­gestö­bers gestal­tet der Posaunen­chor wie immer groß­artig. Dieses Krippen­spiel über­zeugt durch die Begeis­terung der Dar­steller, die liebe­volle und detail­reiche Aus­stattung, die klug gewähl­ten Worte, das perfekte Timing und den wahr­schein­lich einzigen Schnee in der Christnacht weit und breit!

Text: Amira Al-Dahoodi-Kauschke
Fotos: Albrecht Malgut


Weihnachten für kleine Menschen­kinder

Ein buntes, aufgeregtes und gespann­tes Treiben herrschte am Heilig­abend früh im Paul-Gerhardt-Haus. Viele, viele Kleine und Große waren gekommen, um Weih­nachten für kleine Menschen­kinder zu feiern.

„Frieden auf Erden“ war dieses Jahr unser Thema dieses beson­deren Gottes­dienstes. Die Eltern spielten für die Kinder u. a. die Weihnachts­geschichte nach, bei der am Ende die Kinder die Krippe mit Sternen schmückten. Danke allen Helfern und Mit­spielern!

Diakonin Claudia Weiß


Weihnachtsfeiern der Christenlehre

In der letzten Woche vor den Weih­nachts­ferien waren die Kinder der Chris­ten­lehre­gruppen auf Ent­deckungs­tour in unseren Stadt­teilen. Die Conne­witzer Kinder machten sich in den Klang­raum von Herrn Rennert in die Süd­vorstadt auf den Weg und ent­deckten in sehr span­nenden andert­halb Stunden bisher nicht ge­kannte Musik- und Klang­instru­mente, wie das Streich­holz (und damit ist nicht das zum An­zünden ge­meint :-) Oder wussten Sie, dass man mit Steinen Musik machen kann?

Die Gruppe aus Lößnig feierte Weihnach­ten im Stall der Karl-Schubert-Schule bei den Eseln. Da der Schul­neubau nun fertig ist, haben auch die Esel ihr Stamm­quar­tier in Lößnig wieder ein­genom­men, bzw. gleich noch einen neuen Stall bekom­men, in dem wir die Weihnachts­geschichte hörten. Die vier beson­deren Bewohner durften von den Kindern danach noch spazieren geführt werden.

Diakonin Claudia Weiß


Freude bringen im Advent

Adventssingen im Krankenhaus

Jedes Jahr am Vormittag des ersten Ad­vent macht sich eine Gruppe von Kindern und einigen Erwachse­nen nach der Ad­vents­mette und gemein­samem Frühstück auf in das St. Elisa­beth-Kranken­haus. Wa­rum tun wir das? Was machen wir da? Nun, wir ver­suchen mit kleinen Gesten und einfachen Mitteln, den Patienten Freude zu bringen. Oft beginnt für die Patienten der Advent anders, als sie es geplant hatten, mit Sorgen und vielen Fragen. Wir kommen und bringen Freude und Licht in den Krankenhaus­alltag mit unseren Advents­liedern und einem klei­nen Mit­bringsel. In diesem Jahr hatten wir Gesangbuch­engel gebastelt.

Ein Patient schrieb uns vor Weihnachten: „Es war der 1. Dezember und der 1. Ad­vents­sonntag im St. Elisa­beth-Kranken­haus, Station 13. Hier liege ich nach einer über­stan­denen Gallen-OP. Im Gang erklingen Advents­lieder – der Gesang kommt näher – es öffnet sich die Tür zum Patienten­zimmer – singende Kinder sind draußen zu sehen – ein Kind bringt jedem Patienten einen netten Ad­ventsgruß. Das war eine sehr nette Geste, die dar­an erinnert: es beginnt etwas Neues, die vor­weihnacht­liche Zeit. Dafür möchte ich mich auf diesem Wege bei allen Beteilig­ten recht herzlich bedanken.“

Wir freuen uns immer, wenn wir so erfah­ren, was unser Dienst am 1. Advent Gutes bewirkt. Viele Helfer sind im Vorfeld und an diesem Tag nötig. Doch die Zahl der Sänger und Helfer wird kleiner. Es wäre schade, wenn diese Tradition abbricht, denn seit über 60 Jahren gibt es diesen diakoni­schen Dienst für andere bei uns in Conne­witz. Vielleicht sind ja genau Sie, die Sie dies gerade lesen, beim nächsten Mal, am 1. Advent 2020, mit dabei? Die Patienten würden sich freuen.

Diakonin Claudia Weiß


Raachermannel-Basteln mit Holz­schnitzer aus dem Erzgebirge

Gahr für Gahr gieht’s zun Advent (of’n Bu­den nauf) … Nicht auf den „Buden“ muss­ten die Familien Ende No­vem­ber gehen, um ihr Räuchermännchen selbst herzu­stellen, sondern einfach ins Paul-Gerhardt Haus kommen. Fast 50 Leute klebten, malten, schnitten zurecht und mussten auch so manches mal ein bisschen „frie­meln“ bei un­serem Familien­nachmittag mit Holz­schnitzer Wolf aus Eppen­dorf.

Mächtig stolz und begeistert nahmen alle nach nur ein bis zwei Stunden ihr selbst­gemachtes Raacher­mannel als Geschenk oder neuen Stuben­bewohner mit nach Hause. Einmütig wünschten sich die, die dabei waren: „Un­be­dingt wieder!“ – Hof­fentlich und so Gott will und wir leben dann 2021 sehr gerne wieder.

Diakonin Claudia Weiß


Weit gereist

Besuch in der Christenlehre

Ein weit gereister Gast besuchte uns Mitte November in der Christen­lehre in Lößnig. Schwester Lorena aus Papua-Neuguinea brauchte allein 20 Stunden, um bis zu uns nach Deutsch­land zu fliegen. Pa­pua-Neuguinea ist die zweit­größte Insel der Erde und hat die größte Pflanzen- und Arten­vielfalt zu bie­ten. Für einen katho­lischen Orden arbeitet Schwester Lorena mit Familien in diesem Land schon seit über 40 Jahren. Im November und Dezember war sie in Deutsch­land und ihrem Hei­matland, der Schweiz zu Besuch. Das Leipzi­ger Missions­werk zeigte Schwester Lorena, wie wir in Deutsch­land unseren Glauben leben und arbeiten. Dass dies so ganz anders ist als in Papua-Neugui­nea, ver­standen die Kinder auch ganz schnell. Sehr beein­druckt hat unsere Kin­der, was die Kinder in Papua-Neuguinea alles tun, um zur Schule gehen zu kön­nen. So laufen sie weite Strecken bar­fuß und tun dies auch gerne, von ihren Fel­dern bringen sie den Lehrern Obst oder Ge­müse mit, um diese so zu bezahlen.

Die Kinder arbeiten auch oft mit auf den Feldern der Eltern. Schwester Lorena und ihre Mit­schwestern helfen u. a. an den Schulen, die Kinder zu impfen. Dabei kann es schon mal vor­kommen, dass sie kurz­fristig den Unter­richt über­nehmen müssen, da die Schule oft aus­fallen muss, weil die Lehrer tage­lang nicht kommen können oder einfach weg­bleiben. All dies hindert die Kinder nicht daran, zur Schule zu gehen, sie wollen lernen!

Herzlichen Dank für diesen beson­de­ren Einblick in ein fremdes Land und eine fremde Kultur an Schwester Lorena und Pfarrer Tann­häuser vom Leipziger Missions­werk.

Diakonin Claudia Weiß