Ostern 2020

Anders als in anderen Jahren

Die Kar- und Oster­tage konnten wir in diesem Jahr nicht feiern, wie sonst. Trotz­dem haben sich zahl­reiche Menschen aus unserer Gemeinde am Kreuz auf dem Kirch­vorplatz und zu den Gottes­dienst­zeiten in unseren Kirchen ver­sammelt, Gebete und Blumen ge­bracht und ge­meinsam die Stille aus­ge­halten. Die tradi­tio­nelle Oster­nacht können Sie sich als an­sprechen­de Video­auf­zeich­nung unter Mit­wir­kung unserer Pfarrer und vier Kirchen­musikern und -musikerinnen >auf dieser Seite noch ein­mal an­sehen.

Kantorin Elisabeth Kindel

Ostersonntag an der offenen Kirche

Dieses Ostern hatte seine beson­deren Umstände, Heraus­forderungen und seinen beson­deren Charme. Ganz anders als sonst mussten und konnten wir die Auf­erstehung Jesu feiern. Weil Gottes­dienste nicht er­laubt waren, haben die Gemeinde­pädagogen der Kirch­gemeinde im Leipziger Süden vor den Kirchen Holz­kreuze auf­gestellt, die in der Kar­woche ge­zimmert wurden. Sie luden die Gemeinde ein, daran während eines Spazier­gangs am Kar­freitag und -samstag ihre Gebete zu heften, zu nageln und zu klemmen. Dazu gab es noch ein­mal die Gescheh­nisse von Jesu letztem Mahl mit seinen Jüngern, über die Ver­haftung in Gethse­mane, Ver­hör und Kreuzi­gung zum Nach­lesen und wer mochte, konnte auch singen am Kreuz.  Viele Zettel waren in Connewitz und Lößnig zusammen­gekommen. Viele Gemeinde­glieder hatten sich auf den Weg zum Kreuz ge­macht. Nicht selten konnte man sich auch aus der Ferne winken: wie schön, dich hier zu sehen! Am Kreuz selber war eine konzen­trier­te Stimmung. Be­dächtig wurden die offenen Gebets­anliegen ge­lesen, mit Staunen, Zu­stimmung, Anteil­nahme. Nicht nur ich war hinein­genommen in die konkre­ten Situa­tionen ver­schiedens­ter Menschen.

Am Oster­sonntag dann, da verwandelte sich das weiß-grau ge­fleckte Holz­kreuz: Blumen, all­über­all, große kleine, ge­kaufte, ge­pflückte! Ach wie schön, herrlich, bunt, leben­dig, fest­lich! Ich öffnete am Vor­mittag die Türen der Paul-Gerhard-Kirche und ließ all die Gemeinde­glieder ein, die sich auf­gemacht hatten, um sich ein Oster­licht aus der Kirche ab­zu­holen und weitere Blumen und Zweige für das Kreuz mit­ge­bracht hatten. Es war eine heite­re Stimmung, fried­lich und tatsäch­lich sehr besinn­lich. Für mich war es sehr ein­drück­lich zu sehen, wie „die Conne­witzer“ in ihre Kirche gehen, sie für sich nutzen, sich in ihr ge­bor­gen füh­len. Da, wo sonst viele Worte zu hören sind, schien es, als ob sich in der Stille viele an die ihnen wichtig ge­wor­de­nen Worte er­inner­ten und da­raus öster­liche Kraft schöpf­ten und dann ver­wan­delt nach Hause gingen. Vielen Dank all jenen, die da­sein konnten!

Vikarin Charlotte Bornemann


Kinderbibeltage

Von einem, der Bettler werden wollte

„Franz von Assisi zieht durch‘s Land, rau und zerlumpt ist sein Gewand. Er pre­digt allen, Groß und Klein, den Kranken will er Helfer sein …“ schallte es durch die Gemeinde­räume in St. Bonifatius zu Beginn der Winter­ferien. Ein eindeu­tiges Zeichen, es sind wieder Kinder­bibel­tage. Drei Tage haben wir uns auf die Spuren dieses Heiligen begeben, der mit seinem radikalen Lebens­wandel schon damals für Auf­sehen gesorgt hat. Dabei ent­deck­ten die Kinder, dass seine Anliegen, die Natur und Menschen mit Respekt und Würde zu behandeln, hoch aktuell sind. Einer, der uns heute noch Vorbild sein und uns moti­vieren kann.

Wir bekamen zu unserem bunten Nach­mittag sogar Besuch von einem Franzis­kaner aus Halle, dem die Kinder wahr­haft „Löcher in den Bauch“ fragten und total neu­gierig waren, wie man heute in einem Kloster als Mönch lebt.

Das wunderbare Außen­gelände wurde ausgiebig von den 60 Kindern genutzt, so dass diese drei erlebnis­reichen Tage für viele viel zu schnell vorbei gingen.

Wir Mitarbeiter hatten großartige Unter­stützung von unseren Jugend­lichen aus Conne­witz-Lößnig, dem Küchen­team und den Workshop­leitern. Euch allen ge­bührt ein großer Dank für allen Einsatz, eure Liebe zum Detail und die Zeit, die ihr den Kindern ge­schenkt habt.

2021 sind die Kinderbibeltage vom 8. bis 10. Februar – voraus­sichtlich in der Beth­lehem­gemeinde.

Diakonin Claudia Weiß


„Unruhe im Zirkus“

Lange Nacht der Krippenspiele in Dresden

Begeisterungs­stürme tobten in der pracht­vollen Jugendstil­kirche der Dresdner Ver­söhnungs­gemeinde für den Auftritt des Spiel­kreises zur 13. Langen Nacht der Krippen­spiele am 4. Januar mit dem Stück von 2015: „Unruhe im Zirkus“. Kaum vor­stellbar war es, dass der spiel­wütige und in vielerlei Hinsicht überaus talen­tierte Spiel­kreis unserer Ge­meinde mit einem anderen Stück als dem am Heiligen Abend 2019 in Conne­witz ur­aufgeführ­ten Krippen­spiel im Wett­bewerb der insge­samt sieben Gruppen auftrat.

Alle Jahre wieder ist es bemer­kens­wert, wie unter­schied­lich im Blick­winkel und in der Insze­nie­rung das Weih­nachts­gesche­hen von den Jugend­lichen und Kindern beim Krippen­spiel-Festi­val dar­gestellt wird. Der Preis der Jury ging diesmal an die Gruppe der Martin-Luther-Ge­meinde Mark­kleeberg-West, der Publikums­preis nach Dresden-Löbtau.

Text: Thomas Noack
Fotos: Arun Pal