Kinderbibeltage

Von einem, der Bettler werden wollte

„Franz von Assisi zieht durch‘s Land, rau und zerlumpt ist sein Gewand. Er pre­digt allen, Groß und Klein, den Kranken will er Helfer sein …“ schallte es durch die Gemeinde­räume in St. Bonifatius zu Beginn der Winter­ferien. Ein eindeu­tiges Zeichen, es sind wieder Kinder­bibel­tage. Drei Tage haben wir uns auf die Spuren dieses Heiligen begeben, der mit seinem radikalen Lebens­wandel schon damals für Auf­sehen gesorgt hat. Dabei ent­deck­ten die Kinder, dass seine Anliegen, die Natur und Menschen mit Respekt und Würde zu behandeln, hoch aktuell sind. Einer, der uns heute noch Vorbild sein und uns moti­vieren kann.

Wir bekamen zu unserem bunten Nach­mittag sogar Besuch von einem Franzis­kaner aus Halle, dem die Kinder wahr­haft „Löcher in den Bauch“ fragten und total neu­gierig waren, wie man heute in einem Kloster als Mönch lebt.

Das wunderbare Außen­gelände wurde ausgiebig von den 60 Kindern genutzt, so dass diese drei erlebnis­reichen Tage für viele viel zu schnell vorbei gingen.

Wir Mitarbeiter hatten großartige Unter­stützung von unseren Jugend­lichen aus Conne­witz-Lößnig, dem Küchen­team und den Workshop­leitern. Euch allen ge­bührt ein großer Dank für allen Einsatz, eure Liebe zum Detail und die Zeit, die ihr den Kindern ge­schenkt habt.

2021 sind die Kinderbibeltage vom 8. bis 10. Februar – voraus­sichtlich in der Beth­lehem­gemeinde.

Diakonin Claudia Weiß


„Unruhe im Zirkus“

Lange Nacht der Krippenspiele in Dresden

Begeisterungs­stürme tobten in der pracht­vollen Jugendstil­kirche der Dresdner Ver­söhnungs­gemeinde für den Auftritt des Spiel­kreises zur 13. Langen Nacht der Krippen­spiele am 4. Januar mit dem Stück von 2015: „Unruhe im Zirkus“. Kaum vor­stellbar war es, dass der spiel­wütige und in vielerlei Hinsicht überaus talen­tierte Spiel­kreis unserer Ge­meinde mit einem anderen Stück als dem am Heiligen Abend 2019 in Conne­witz ur­aufgeführ­ten Krippen­spiel im Wett­bewerb der insge­samt sieben Gruppen auftrat.

Alle Jahre wieder ist es bemer­kens­wert, wie unter­schied­lich im Blick­winkel und in der Insze­nie­rung das Weih­nachts­gesche­hen von den Jugend­lichen und Kindern beim Krippen­spiel-Festi­val dar­gestellt wird. Der Preis der Jury ging diesmal an die Gruppe der Martin-Luther-Ge­meinde Mark­kleeberg-West, der Publikums­preis nach Dresden-Löbtau.

Text: Thomas Noack
Fotos: Arun Pal


„Weihnachten, und nichts wie weg“

Krippenspiel von Thomas Noack

Es gab weiße Weih­nachten in Conne­witz! Zumin­dest für die vielen, die sich wie­der auf­gemacht hatten in die Paul-Ger­hardt-Kirche zur Christ­vesper mit dem Spielkreis. Es ist eine bunt zusammen­gewürfelte Gruppe, die über Mountain-Tours ge­bucht hat, den Sechs­tausender zu er­klimmen. Die Palette reicht von den gut trainier­ten Jungs, die sich seit Monaten auf den Aufstieg vor­berei­ten, über den genuss­orientier­ten Spaß­vogel und die mode­beses­sene Sonnen­anbete­rin bis hin zur allein­leben­den Mutter, der die Kinder die Reise buchten, weil sie sich „die Welt ansehen“ soll. Alle scheint jedoch der Wunsch zu einen, Weih­nachten aus dem Weg zu gehen, dem ganzen immer wie­der­kehrenden Rummel aus Ge­schenken, Tradi­tionen, Ver­antwortun­gen, Zwängen und Pflichten zu ent­fliehen.

Würde das gelingen, wäre aus der Ge­schichte kein Krippen­spiel geworden. Natürlich werden die Protago­nisten in der Christ­nacht vom Geist der Weih­nacht ein­geholt, und zwar mit voller Wucht. Jeder wird auf sich selbst und seine Gefühle zurück­geworfen, merkt aber, dass sein Platz in der Gruppe wichtig und un­verzicht­bar ist und auch er bei­tragen muss zum Gelin­gen – oder gar Über­le­ben? – der Reise. Auf einmal zählt doch die Gemein­schaft, nicht nur, weil sich Mountain-Reisen als Adventure-and-de­saster-Tours entpuppt. Weit ab vom hei­matlichen Tannen­baum fühlen sie sich auf einmal doch alle Gott nahe; bringen Fremden tiefes Vertrauen entgegen, wer­den zu Helfern in der Not. Und – ja – es wird ein Kind geboren, auf der Flucht und unter un­wirt­lichen Bedin­gungen im Hoch­gebirge. Die Ge­schichte rührt an, bewegt, hallt lange nach. Die musika­lische Beglei­tung des Schnee­gestö­bers gestal­tet der Posaunen­chor wie immer groß­artig. Dieses Krippen­spiel über­zeugt durch die Begeis­terung der Dar­steller, die liebe­volle und detail­reiche Aus­stattung, die klug gewähl­ten Worte, das perfekte Timing und den wahr­schein­lich einzigen Schnee in der Christnacht weit und breit!

Text: Amira Al-Dahoodi-Kauschke
Fotos: Albrecht Malgut


Weihnachten für kleine Menschen­kinder

Ein buntes, aufgeregtes und gespann­tes Treiben herrschte am Heilig­abend früh im Paul-Gerhardt-Haus. Viele, viele Kleine und Große waren gekommen, um Weih­nachten für kleine Menschen­kinder zu feiern.

„Frieden auf Erden“ war dieses Jahr unser Thema dieses beson­deren Gottes­dienstes. Die Eltern spielten für die Kinder u. a. die Weihnachts­geschichte nach, bei der am Ende die Kinder die Krippe mit Sternen schmückten. Danke allen Helfern und Mit­spielern!

Diakonin Claudia Weiß


Weit gereist

Besuch in der Christenlehre

Ein weit gereister Gast besuchte uns Mitte November in der Christen­lehre in Lößnig. Schwester Lorena aus Papua-Neuguinea brauchte allein 20 Stunden, um bis zu uns nach Deutsch­land zu fliegen. Pa­pua-Neuguinea ist die zweit­größte Insel der Erde und hat die größte Pflanzen- und Arten­vielfalt zu bie­ten. Für einen katho­lischen Orden arbeitet Schwester Lorena mit Familien in diesem Land schon seit über 40 Jahren. Im November und Dezember war sie in Deutsch­land und ihrem Hei­matland, der Schweiz zu Besuch. Das Leipzi­ger Missions­werk zeigte Schwester Lorena, wie wir in Deutsch­land unseren Glauben leben und arbeiten. Dass dies so ganz anders ist als in Papua-Neugui­nea, ver­standen die Kinder auch ganz schnell. Sehr beein­druckt hat unsere Kin­der, was die Kinder in Papua-Neuguinea alles tun, um zur Schule gehen zu kön­nen. So laufen sie weite Strecken bar­fuß und tun dies auch gerne, von ihren Fel­dern bringen sie den Lehrern Obst oder Ge­müse mit, um diese so zu bezahlen.

Die Kinder arbeiten auch oft mit auf den Feldern der Eltern. Schwester Lorena und ihre Mit­schwestern helfen u. a. an den Schulen, die Kinder zu impfen. Dabei kann es schon mal vor­kommen, dass sie kurz­fristig den Unter­richt über­nehmen müssen, da die Schule oft aus­fallen muss, weil die Lehrer tage­lang nicht kommen können oder einfach weg­bleiben. All dies hindert die Kinder nicht daran, zur Schule zu gehen, sie wollen lernen!

Herzlichen Dank für diesen beson­de­ren Einblick in ein fremdes Land und eine fremde Kultur an Schwester Lorena und Pfarrer Tann­häuser vom Leipziger Missions­werk.

Diakonin Claudia Weiß