Rüstzeit des Kirchenvorstandes

„Wozu bekennen wir uns?“

Am zweiten Januar­wochenende war der Kirchen­vorstand gemeinsam mit Kanzlei- und Kindergarten­mitarbeitern, Prädikanten, der Kantorin und Gemeindepädagogin unter­wegs zur Rüstzeit in Schmannewitz.

In einer Zeit, in der die allgemeine Bekenntnis­kultur allzu beliebige Lippen­bekenntnisse verbreitet, wollten wir uns dazu verständigen, was ein echtes Bekenntnis heute bedeutet und welche Bekenntnisse uns durch das Leben begleiten. Im Zentrum der Gespräche standen das Glaubens- und das Schuld­bekenntnis, deren Entstehung und die heutige Bedeutung im Gottes­dienst. Schnell wurde bewusst, wie verschieden diese gemeinsam gesprochenen Worte im Detail empfunden werden – aber zugleich auch, welche Heraus­forderung es ist, sie zu vermitteln und dazu zu stehen. Musikalischer Höhe­punkt war die abend­liche Complet, mit der wir die eisige Kirche in Schmannewitz zum Klingen bringen konnten. In einem allgemeinen Themen­forum gab es auch Informa­tionen aus der Steuerungs­gruppe zum Stand der Struktur­reform, zum Interims­quartier des Kinder­gartens, zu Plänen für den Gottesdienst, zur Friedhofs­gestal­tung in Lößnig und einiges mehr.

Auf der Wanderung am Samstag­nachmittag war Zeit für individuelle Ge­spräche, frische Luft und ein letztes Gruppenfoto – denn der Kirchen­vorstand Leipzig-Connewitz-Lößnig wird nach den strukturellen Veränderungen im nächs­ten Jahr in dieser Form voraussichtlich nicht mehr existieren. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge haben wir uns am Sonntag nach dem Gottesdienst in Schmannewitz von der schönen Rüstzeit­tradition in diesem Rahmen voneinander verabschiedet.

Der Kirchenvorstand


Gemeindeversammlung zum Stand der Strukturreform

Am 18. November 2018 hatte der Kirchen­vor­stand nach dem Gottes­dienst zu einer Ge­meinde­versamm­lung zum Stand der Um­setzung der struktu­rellen Ver­änderun­gen – und zu leckerer Suppe! – eingela­den. Vielen Dank an alle, die gekommen sind, die sich interes­siert beteiligt haben und natürlich auch an die Köche!

Die beste Nachricht zuerst: es gibt unter den betei­ligten Gemeinden ein gutes Dis­kussions­klima, viele Ideen und den Willen, die anderen anzu­hören. Und die andere Nachricht: schon bis Juni 2019 soll ein Vertrag stehen über die neue Gemeinde­form in unserer Region. Das ist sehr, sehr wenig Zeit, und es gibt zu diesem Prozess sehr verschie­dene Haltungen.

Seit gut einem Jahr finden regelmäßige Zusammen­künfte mit Vertre­tern aller Gemein­den der Struktur­region V statt, dazu gehören die Gemein­den Conne­witz-Lößnig, Beth­lehem, Peters, Andreas, Marien­brunn und Probst­heida. Die Interes­sen unserer Gemeinde nehmen dort regel­mäßig Pfarrer Reichl und Christian Tröger wahr. Beide haben auf der Gemeinde­versammlung zum Stand der Dinge – und zu unserem Stand­punkt dazu – gesprochen.

In den neutral moderierten Zusammen­künften werden alle Themen berück­sichtigt, zuerst jedoch geht es um die Über­legungen zur Art der zukünf­tigen Ver­bindung: Die Kirch­gemeinden Conne­witz-Lößnig, Marien­brunn, Bethle­hem und Peters streben eine Vereini­gung an, jedoch werden nach wie vor auch andere Wege geprüft. Wichtig für uns ist, dass die Orts­aus­schüsse genügend Kompetenzen haben und so die Identität der Gemeinde­teile erhalten werden kann. Darüber hinaus wird über den Sitz der Pfarr­amts­leitung und der Gemeinde­verwaltung diskutiert und darüber, wie sich der Kirchenvorstand zusammensetzen soll. Welche Anliegen im Vereinigungsvertrag und welche in einer Geschäfts­ordnung zu regeln sind, wird gleichfalls beraten.

Über die Souveränität von kirchlichen Orten wie z.B. Kinder­gärten und Fried­höfen wird dis­kutiert, ebenso über Vertei­lung und Verwal­tung von Finan­zen und über Regelun­gen für die Mit­arbeiter im Verkün­digungs­dienst und weitere Mit­arbeiter (Haus­meister, Küster, Ver­waltung) und vieles mehr.

Inzwischen haben sich auch aktive Arbeits­gruppen gebildet, in denen ge­meinde­über­greifend die Sach­lagen zu Finanzen, Personal, Gemeinde­pädago­gik u.a. erörtert und Vor­schläge zur künftigen Zusammen­arbeit geprüft werden.

Dass unnötige Zentralisie­rung vermieden wird und die Mit­bestim­mung der Ehren­amt­lichen erhalten bleiben sollte, ist uns dabei großes Anliegen. Der viel­fach geäußerte Wunsch, dass dem Gemeinde­leben, die Struktur­veränderung nicht schaden, sondern besten­falls neue Impulse ve­rleihen soll, begleitet die Argu­mente von unserer Seite.

Um Ihre Bedürfnisse und Erwar­tun­gen an eine zukünftig neue Struktur genauer zu kennen und besser berück­sichtigen und ver­treten zu können, haben wir an der Tür zum Kirchen­schiff in Conne­witz einen „grünen Briefkasten“ auf­gestellt, über den Sie uns jeder­zeit mit­teilen können, was Ihnen dazu am Herzen liegt. Bitte nutzen Sie diese Möglich­keit!

Tina Simon