Wir laden Sie herzlich zum Besuch unserer Gottes­dienste ein!
Zu einer Übersicht unserer aktuellen Gottes­dienste gelangen Sie >hier.

Unsere Gottesdienste

In der Paul-Gerhardt-Kirche Conne­witz feiern wir an Sonn- und Feier­tagen in der Regel um 10.00 Uhr Gottes­dienst. In der Geth­semane­kirche in Lößnig be­ginnt der Gottes­dienst ent­weder mor­gens um 8:30 Uhr oder um 10.00 Uhr, bzw. einmal im Monat abends um 18.00 Uhr.

Neben der üblichen Gestal­tung der Gottes­dienste als Predigt- oder Abend­mahls­gottes­dienst haben sich in unseren beiden Kirchen eigene Formen des Gottes­dienstes etabliert.

Musik

In größeren Abständen feiern wir musi­kalisch aus­gerich­tete Gottes­dienste, die von einer unserer musika­lischen Gruppen gestaltet werden. So stehen im Taizé­gottes­dienst Lieder und Gesänge aus Taizé im Mittel­punkt. Die >inter­natio­nale Gemein­schaft Taizé in Frank­reich ist durch das dort statt­findende ökume­nische Jugend­treffen bekannt. Wer gerne singt, ist herzlich zum Taizé­gottes­dienst oder auch schon eine halbe Stunde vor Gottes­dienst­beginn zum Offenen Singen ein­ge­laden.
Auch Bläser­gottesdienste und Kantaten­gottes­dienste werden in unseren Kirchen ge­feiert.

Familie

Besonders Familien mit (kleinen) Kindern möchten wir mit unseren Familien­gottes­diensten an­sprechen. Dabei richtet sich der Familien­gottes­dienst an die gesamte Gemeinde, Jung und Alt.

Zum Gottes­dienst für kleine Menschen­kinder laden wir einmal im Quartal ein. Dieser Gottes­dienst rich­tet sich an alle Kinder zwischen 0 und 7 Jah­ren mit ihren Eltern, Ge­schwistern, Groß­eltern, Freunden oder anderen Begleit­personen. Kinder und Erwach­sene feiern einen gemein­samen Gottes­dienst, der sich be­son­ders an den Bedürf­nissen jüngerer Kinder orien­tiert. Das heißt, der Gottes­dienst ist ca. 30 Minuten lang, und gefüllt mit Liedern, Gebeten und Geschich­ten. Zum Ab­schluss sprechen wir uns gegen­seitig den Segen zu. Danach laden wir zum gemein­samen Kaffee­trinken ein.

Ökumene

Und schließlich haben auch ökumenische Gottesdienste, die wir zusam­men mit unserer katho­lischen Nachbar­gemeinde >St. Boni­fa­tius feiern, in unserem Gemein­de­leben ihren Platz. Wir feiern öku­me­ni­sche Gottes­dienste am Ascher­mittwoch, am Stra­ßen­fest-Sonntag im Mai, am Pfingst­montag sowie zur Er­öff­nung der Friedens­dekade im Novem­ber. Eine ökume­nische Andacht findet am St. Martins­tag, dem 11.11. statt.

Zudem feiern alle Leipzi­ger Kirch­gemeinden während des Leipziger Stadt­festes im Juni einen ökume­nischen Gottes­dienst auf dem Markt.

Gottesdienst im Grünen

Schulanfangsgottesdienst im Wildpark

Einmal im Jahr findet sonntags in Gottes freier Natur der Gottes­dienst im Grünen statt. Immer im Spät­sommer feiern wir einen Familien­gottes­dienst zum Schul­jahres­start, in dem die Schul­anfänger ein­geseg­net werden (oft mit anschließendem Gemeinde­fest).

In den vergangenen Jahren sind wir dazu immer auf eine Wiese im Wildpark gegangen, aber seit 2017 sind wir auf das Gelände um das Torhaus Dölitz, Helenenstr. 24, aus­gewichen ...


Heiliges Abendmahl

Liebe Gemeinde, durch die Abendmahls­unterwei­sung auch für Kinder bin ich das erste Mal jen­seits von Christen­lehre und Christ­vesper mit Kirche und Gemeinde in Be­rührung g­ekommen und habe seit­dem immer wie­der das Heilige Abend­mahl als den Ort empfin­den können, an dem sich jenseits von Raum und Zeit Himmel und Erde be­rühren.

Natürlich sind an unter­schiedli­chen Stationen meines Lebens ganz verschie­dene Aspekte des Sakra­mentes in den Vorder­grund getreten. Auch die in den beiden Kirchen unserer Gemeinde recht unter­schied­lichen Schwer­punkt­setzun­gen ma­chen deutlich, dass es eher um einander ergän­zende Aspekte als um ein „richtig“ oder „falsch“ gehen kann.

Als kleinen Ausschnitt und als Anregung zur eigenen Beschäfti­gung mit dem wun­der­baren Geschehen möchten wir mit Ihnen einige persön­liche Erfah­rungen tei­len. Vielleicht entsteht daraus ja auch ein Gespräch in unserer Ge­meinde.

Was schätze ich an der Abendmahls­praxis in unserer Gemeinde?

Pfarrer Christoph Reichl: Beim Mitfeiern als Gemeinde­glied und auch, wenn ich die Feier leite, ist es mir wichtig, in einer Gemein­schaft der Christen zu ste­hen, die sich nicht nach Alter, Zunei­gung oder gemein­samer Herkunft definiert. So, wie wir zufällig am Tisch des Herrn ste­hen, sind wir ein Leib, der immer wie­der der Stärkung durch Jesus Christus bedarf. Deshalb ist mir die Regel­mäßig­keit, mit der wir zum Abend­mahl einladen (wirk­lich fast jede Woche) sehr wichtig.
Pfarrerin Ruth Alber: In unserer Ge­meinde feiern wir meist in Tisch­runden das Abend­mahl. Ich schätze diese Form sehr. Wir stehen im Kreis vor dem Altar. Gesichter werden sichtbar, Menschen ganz verschie­denen Alters treten gewisser­maßen ins Licht. Was da alles zusam­men­kommt in diesem Kreis an Last und Freude gelebten Lebens, an Hoffnung und Sorge, an Glauben und Zweifel! Wir Menschen bilden den Kreis – Christus ist die Mitte – er verbindet uns, er stellt sich mit unter unsere Last. Ich be­schließe die Tisch­runde gerne mit einem Entlass­vers, einem Bibel­wort, das sich aus dem Ganzen des Gottes­dienstes ergibt. Gespro­chen in den Abend­mahls-kreis hinein entfaltet dieser Vers, so erle­be ich es jeden­falls, eine große Kraft.
Vikar Heiko Herrmann: Für mich als „Neuling“ ist es herrlich zu sehen, wie selbst­verständ­lich Abend­mahl in Paul-Gerhardt gefeiert wird – es freut mich, wenn ich in Gesichter sehe, die keine Angst beim Gang zum Altar aus­drücken, sondern Sehnsucht und Liebe zu dieser Feier. Für mich als Liturgen macht es das Mitfeiern einfacher, wenn die Sachen „laufen“ und wegen der Übung alle wis­sen, was passiert und nicht viel erklärt werden muss.

Was erlebe ich beim Abendmahl?

C. R.: Miteinander in einer Runde zu stehen und durch die Gemein­schaft mit Christus auch zum Frie­den unter­einan­der ermutigt zu werden, ist für mich zur Zeit das zentrale Ele­ment meiner Abend­mahls­frömmig­keit. Der Frieden, den Gott uns schenkt, ver­ändert unseren Alltag und schenkt Ver­söh­nung. Gott sei Dank! Gerne würde ich den Friedens­gruß auch mit weite­ren Menschen teilen.
R. A.: „Schmecket und sehet, wie freund­lich der Herr ist!“, so laden wir ein zur Feier des Abend­mahls. „Schmecket und sehet“, nicht: „Höret und Verstehet!“ Christus schenkt sich, er gibt sich in unse­re Hände, ja, er lässt seine Liebe schme­cken und sehen. Sie gilt, ob wir nun mit unseren Gedan­ken oder mit unserem Herzen da „hinterher­kommen“ oder nicht! Das ist für mich eine große Glau­bens­stärkung! Vieles im Gottes­dienst ist wort-haft, zielt auf Ver­stehen – gut so! Doch geht vom Abend­mahl ein Friede aus, der unser Denken über­steigt! Gott sei Dank!
H. H.: Das Abendmahl ist für mich der geheimnis­vollste Ort und die geheimnis­vollste Zeit auf Erden. Wenn die Worte Jesu über Brot und Wein gespro­chen werden, sind wir mit allen Christen seit 2000 Jahren ver­bunden. Was Jesus am Grün­donners­tag tat, ist auf einmal auf un­erklär­liche Weise gegen­wärtig. Jesus selbst ist in Brot und Wein ganz gegen­wärtig. Jesus lügt nicht, und deshalb ver­traue ich den Worten „mein Leib … mein Blut“ – wer Jesus sehen will, der kann es im Abend­mahl; wer Jesus be­rühren will, wer Jesus in sich tragen will, der kann es hier.

Welche Abendmahlsfeier hat mich besonders bewegt?

C. R.: Neben den mir noch sehr lebhaft gegen­wärtigen Abendmahls­feiern mei­ner Kindheit steht der erste ökume­nische Gottes­dienst mit Heiligem Abend­mahl: mit den­selben Elemen­ten am selben Altar feierten wir gemein­sam nach un­seren je eige­nen Traditio­nen und luden die Gemeinde zu­sam­men an den Tisch des Herrn – ohne die schmerz­hafte Tren­nung zu ver­wischen, wurde mir hier am klarsten, dass die Gemein­schaft im Abend­mahl mehr meint als den kleinen Aus­schnitt derer, die zusam­men stehen – sondern die ganze Kirche Jesu Christi umfasst.
R. A.: Besonders bewegt hat mich eine Abend­mahls­feier im Kranken­haus auf einer Palliativ­station. Wir, die Familie der sterben­den Frau und ich als Pfarre­rin, hatten uns um das Bett versam­melt. Der Raum war ge­schmückt, die Pa­tien­tin schön ge­kleidet. Wie dank­bar war ich für die Worte des Glaubens, die ich ein­fach sprechen durfte, und dabei spürte, wie sie trugen, und das gemein­same Mahl, von dem wir ahnten: Ja, das wird uns verbin­den mit­einan­der, mit Christus, über die Grenze dieses Lebens hinaus. „Friede sei mit euch“, die ster­bende Frau blickte in die Runde und sprach es uns allen zu: „Friede sei mit euch!“ Das möchte ich nie vergessen.
H. H.: Die schönsten und bewegend­sten Abendmahls­feiern sind für mich die schlich­ten gewesen. Ohne viele Erklä­rungen und ohne viele „Neuerun­gen“. In meiner Heimat­gemeinde wurde immer ganz klassisch wie vor 40 Jahren ge­feiert, und viele haben das Abend­mahl noch kniend in den Mund empfangen. Mich hat das immer sehr bewegt. Vor allem die Mund­kommu­nion im Knien fehlt mir für meinen Glauben in vielen Feiern.

Nur drei Perspektiven haben hier ih­ren Platz ge­fun­den – und auch nur drei Fragen haben wir uns ge­stellt. Für mich tritt das Abend­mahl eben auch am Ende des Kirchen­jahres in den Blick, weil im Ernte­dank­fest Gottes Wirken im mensch­lichen Handeln so präsent ist und weil zum Ewig­keits­sonn­tag die Gemein­schaft derer, die über all die Jahr­hunderte hier Kraft gefunden haben, uns einen beson­deren Vor­geschmack auf die himm­lische Gemein­schaft gibt.

Pfarrer Christoph Reichl