Rückblick und Vorausschau

Felix Mendelssohn Bartholdy: Oratorium „Elias“ (2012 und 2018)

Am Buß- und Bettag 2012 führte unsere Kantorei das Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) zum ersten Mal auf.

Foto: Andreas Birkigt

Das Oratorium nach Worten des Alten Testa­ments vertont die Geschichte des Pro­pheten Elia, dessen Name bedeutet „Mein Gott ist Jahwe!“. Elia tritt in einer Zeit auf (im 9. Jh. v. Chr.), in der das Königshaus des Nord­reiches Israel in religiöser Hinsicht viele Kom­promisse mit dem „Baalskult“ der Nach­bar­völker einging. Der Glaube an den Gott Israels hatte es schwer, sich gegen die Baalskulte zu behaupten, in denen die Naturgewalten angebetet wurden. Elia trat vehement für die alleinige Ver­eh­rung Jawhes ein. – Wer einmal selbst nachlesen möchte: Die Erzählungen über den jüdischen Propheten stehen im 1. und 2. Buch der Könige (1. Könige, Kapitel 17–19 und 21 sowie 2. Könige, Kapitel 1 und 2).

Mendelssohns Oratorium zählt zu den ergreifendsten Werken dieser Gattung. Das Oratorium beschreibt in herrlichen Chören und Arien Momente aus dem Leben Elias. Mendelssohn vermag es, mit seiner Tonsprache eine große Dra­ma­tik aufzubauen, die Publikum und Mitwirkende in ihren Bann zieht.

Als Solisten wirkten an der Aufführung mit: Lily Li (Sopran), Susanne Krum­biegel (Alt), Tobias Hunger (Tenor) und Gun-Wook Lee (Bass). Begleitet wurden Chor und Solisten vom Mitteldeutschen Kammerorchester.

Am 21. November 2018 soll der Elias ein weiteres Mal in der
Paul-Gerhardt-Kirche aufgeführt werden.

Die Aufnahme soll einen Eindruck des Konzertabends wiedergeben. Zu hören sind der Schlusschor des 1. Teils „Dank sei dir, Gott“ und aus dem 2. Teil der Chor „Siehe, der Hüter Israels“ (ab 4:12 min):

 


Antonio Vivaldi: „Gloria in D-Dur“ (2018)

Am Ostersonntag zum Festgottesdienst führte unsere Kantorei das „Gloria in D‑Dur“ von Antonio Vivaldi (1678–1748) auf. Es spielte das Ensemble Jürgen Hart­mann, es sangen die Solistinnen Susanne Haupt (Sopran) und Ingeborg Nielebock (Alt). In unserer Hörprobe finden Sie die Teile „Gloria“, „Et in terra pax“ (ab 2:28 min) und „Domine, fili unigenite“ (ab 5:55 min):

 

Antonio Vivaldi hat dieses sein bekanntestes kirchenmusikalisches Werk ver­mutlich für das Orchester und den Chor des Mädchen-Waisenhauses „Ospedale della Pietà“ in Venedig geschrieben, wo er als Instrumental­lehrer und Kapell­meister angestellt war. Unter seiner Leitung erlangte das Orchester ein beacht­liches Niveau, sodass Konzerte mit Eintrittsgeldern gegeben wurden, die zum Erhalt des Waisenhauses beigetragen haben. Das „Gloria“ ist ein groß angeleg­tes Werk im Stile der „missa concertata“ und umfasst zwölf Teile. Der latei­ni­sche Text stammt aus der Liturgie, die auch heute noch in der katholischen Sonn­tagsmesse gesungen bzw. gebetet wird.


J. S. Bach: Weihnachtsoratorium zum Zuhören und Mitsingen (2017)

„Jauchzet, frohlocket“ gemeinsam mit Kantorei und Orchester – ein besonderes Weihnachtsoratorium fand am 15. Dezember 2017 in der Connewitzer Paul-Gerhardt-Kirche statt: Bei dieser Aufführung durfte mitgesungen werden! Es erklangen die Kantaten I–III des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach. Wer mitsingen wollte, brachte eigene Noten mit und saß im Publikum. Die Choräle und das Da capo der Eingangschöre der ersten und dritten Kantate konnten mitgesungen werden.

Begleitet wurden die Paul-Gerhardt-Kantorei und der Kirchenchor St. Boni­fa­tius-Süd (Leitung: Stephan Gogolka) vom Mitteldeutschen Kammerorchester und den Solisten Susanne Haupt (Sopran), Ingeborg Nielebock (Alt), Stephan Scher­pe (Tenor) und Stephan Heinemann (Bass). Die Leitung hatte Elisabeth Kindel.


Das folgende Audio enthält in einer Zusammen­stellung die Chöre und Choräle „Jauchzet, frohlocket“, „Wie soll ich dich empfangen“ (ab 8:35 min), „Ach mein herzliebes Jesulein“ (ab 9:53 min), „Brich an, o schönes Morgenlicht“ (ab 11:10 min) und „Herrscher des Himmels“ (ab 12:15 min); es soll einen kleinen Ein­druck des Konzert­abends wieder­geben:

 

Musik zur Sterbestunde am Karfreitag (2017)

In der Paul-Gerhardt-Kirche erklang in diesem Jahr der Kreuzweg („Via crucis“) in der Vertonung von Franz Liszt (1811–1886). Das medi­ta­tiv-expressive Stück – eine musikalische Kreuz­weg­an­dacht – ist für Chor, Bariton und Orgel ge­schrie­ben worden. Es ist ein Alterswerk des spät­romantischen Komponisten, der sich im Alter ver­mehrt den geistlichen Themen zuwandte und sich sogar die sogenannten „niederen Weihen“ (eine Vorstufe zum Priestertum) geben ließ. Das Werk vereinigt Gregorianik, prostestantisches Kirchenlied, Choralsatz à la Bach, expressive Har­mo­nik, unbegleitetes Solorezitativ, dramatisches Chor-Unisono und terzenselige Frauenchor-Passagen. Diese vielfältigen vokalen Elemente sind eingebettet in einen gleichzeitig einfachen und raffinierten Orgel­satz. Technische Einfachheit und musikalische Vielfalt prägen das Werk, das in unserer Aufführung von Bildern zu den Kreuzwegstationen begleitet wird.

Die Kantorei der Paul-Gerhardt-Kirche wurde von Daniel Beilschmidt an der Orgel begleitet. Die Leitung hatte Kantorin Elisabeth Kindel.

Einige Ausschnitte sind hier in einem Video zusammengestellt: