Gott spricht:
Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken;
er soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. (1. Mose 9,13)

Im neuen Jahr wird alles anders! So hört man schon wieder. Doch wieso drän­gen sich gerade am 1. Januar Vorsätze, Pläne und Er­war­tun­gen an das Leben zusam­men und for­dern Ent­schei­dungen heraus? Nur weil die un­gerade An­zahl von 365 Tagen ein Limit ver­kün­det und die Erde ein­mal um die Sonne  ge­wan­dert ist. – Was hat das mit mir zu tun?

Das kommen­de Jahr be­ginnt mit dem Monats­spruch „Meinen  Bogen  habe  ich ge­setzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.“ Der Spruch bezieht sich auf die Mutter aller Neu­anfänge  –  für die Men­schen, aber auch für Gott. Die Mensch­heit hatte sich von Gott ab­ge­wen­det, da kam die Sint­flut und lösch­te alles Leben. Nur Noah, seine Familie und die Tiere hatten eine un­ge­wisse Chance. Es waren über sieben Monate Zweifeln und Hoffen auf dem end­losen Wasser, ob ein Ende in Sicht kommt – so oder so.

Es kam ein gutes Ende. Und Gott sagte – nein, er versprach: „Ich will hinfort nicht mehr die Erde ver­flu­chen um der Men­schen willen und nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde ver­der­ben.“ So schließt er den neuen Bund mit Noah und seinen Söhnen, mit allen Tieren und allen Nach­kommen – auch mit uns. Der „Bogen“ zwi­schen Himmel und  Erde, der Regen­bogen, wird zum Zeichen der Treue Gottes und des Bundes zwischen ihm und den Men­schen. Was für ein großes Be­ginnen!

Und wir? Das Jahr geht zu Ende. Ein neues Jahr kommt. Tatsäch­lich liegt darin etwas An­dächti­ges, Weihe­volles. Wenn der Jahres­be­ginn und die Monats­losung zusammen­treffen, kann uns das daran er­innern, dass Neu­anfänge nötig sind, weil sich vieles ver­ändert und wir da­rauf rea­gieren und es ge­stal­ten wollen. Etwas Un­ge­wohn­tes ver­su­chen, etwas anders be­wer­ten, etwas hinter sich lassen oder sich eine Angst ab­ge­wöhnen und eine Be­geg­nung her­bei­führen, sich von Denk­mustern lösen, Irr­tümer zu­geb­en und ein Glück er­kennen und es be­nennen – das gehört dazu.

Mancher wird fragen: Warum Ver­än­derungen? Darf man nicht sagen, dass vieles richtig und wert­voll ist, wie es ist, und dass es bitte un­be­dingt so blei­ben soll? Ist es da nicht Heraus­for­derung genug, dafür zu sorgen, ja auch zu käm­pfen, mit Geduld, Moti­va­tion und Phan­ta­sie, auch wenn es schwie­rige Pha­sen gibt? Man muss das sagen dürfen: da ist meine Auf­gabe und der blei­be ich auch im nächs­ten Jahr treu! Ein großer Ent­schluss.

Vielleicht ist dieser kalen­da­rische 1. Januar ein­fach gut da­für, dass wir das Be­den­ken und Ent­schei­den üben und je­der be­lie­bige Tag zu einem Be­kennt­nis wer­den kann.

Wenn Sie am ersten Tag im neuen Jahr die Augen öff­nen, dann den­ken Sie sich bitte über allem, was Sie da sehen einen leuch­ten­den Regen­bogen. Fühlen Sie sich ge­bor­gen im Bund, den Gott mit uns ge­schlossen hat und be­ruhigt von seinem Ver­sprechen.

Und dann legen Sie los: machen Sie weiter oder fangen Sie an – egal: Es wird ein gutes Jahr!

Ein gesegnetes neues Jahr wünscht Ihnen
Tina Simon