Die Gethsemanekirche in Lößnig

Die Gethsemanekirche Lößnig in der Raschwitzer Straße, etwas versteckt und eingerückt von der Hauptstraße (Bornaische Straße) schräg gegenüber der REWE-Kaufhalle am „Stern“ gelegen, ist ein einfacher, rauh verputzter Ziegelbau, der sich in Ost-West-Richtung erstreckt. Seine architektonischen Glieder sind aus Sandstein her­gestellt.

Die Wirkung das Äußeren wird durch den erkerartig vorspringenden Giebelturm mit doppelter Klangarkade und steilem Walmdach bestimmt.

Auf der Spitze des Giebels über dem Triumphbogen befindet sich die restaurierte Wetterfahne der Vorgängerkirche (Bild siehe „Geschichte“).

Das Geläut der Gethsemanekirche ist ein Bronzegeläut im h-Dur-Dreiklang (h‘, 175 kg, ø 75 cm – dis‘‘, geschätzt 120 kg, ø 60 cm – fis‘‘, 90 kg, ø 50 cm).

Die große Glocke (1) aus dem Jahre 1442 wird als Friedensglocke bezeichnet. Sie trägt nach der römischen Jahreszahl die Inschrift „o + rex + gle + xpe + veni + cu pace“. [O rex gloriae christe veni cum pace. – dt.: „O König der Herrlichkeit, Christe, komm in Frieden!“]. 
Die mittlere Glocke (2) von 1526 hat den Namen „Gebetsglocke“. Der Inschrifttext lautet: „ave maria dom. tec. grc. pln. Amen“ [Ave Maria, Dominus tecum, gratia plena. – dt.: „Gegrüßet seist Du, Maria, der Herr ist mit Dir, Du bist voll der Gnaden, Amen.“ (vgl. Lukas 1,28)]. 
Die kleine Glocke (3) wurde 1986 geweiht. Sie ist die Taufglocke und bekam die Inschrift „Rufen + Mahnen + Trösten + 1986 +“.


Glockenläuten zum Gottesdienst am Sonntagmorgen.

Gethsemanekirche, Altarblick (seit 2015)

 

Die Kirche hat 250 Sitzplätze, davon 150 zu ebener Erde und 100 auf der das Schiff umziehenden, auf eisernen Stützen ruhenden Holzempore.

Die Kanzel ist eine schlichte, romanisierende Tischlerarbeit aus der Erbauungszeit.

Das Kruzifix aus Lindenholz stammt von Franz Schneider (Leipzig, 1884), dessen Firma in den Jahren 1899/1900 auch mit umfangreichen Zimmerei- und Tischler­arbeiten am Innenausbau der neuen Connewitzer Kirche beteiligt war.

Es wurde ursprünglich für den Altaraufsatz der Markuskirche in Leipzig-Reudnitz geschaffen (die wegen schlechten Bauzustandes 1978 gesprengt wurde) und 1977 der Gethsemanekirche geschenkt.

 

Der Taufstein ist aus Sandstein und stammt aus dem Jahre 1589 (Bild siehe „Geschichte“).

Bemerkenswert ist das Gemälde mit der Geißelung Christi von Christian Simon (1667).

 

In der nördlichen Erweiterung des Altarraumes findet sich ein schönes Glasfenster, das in seinem Mittelteil den Vorgängerbau der Gethsemanekirche zeigt.

 

In den Jahren 2014/2015 wurden das Mauerwerk saniert und der Altarraum restauriert;
ein dem ursprünglichen Vorbild nachempfundener Kronleuchter spendet dem Altarraum
jetzt sein Licht.