Im Jahre 1959 rief die Evange­lische Kirche in Deutsch­land zu einer Spenden­aktion auf. Zu Weih­nachten sollten Spenden für die Hilfs­bedürf­tigen in den armen Ländern der Welt gesam­melt werden. Es kam damals im Osten Deutsch­lands die nicht erwar­tete Summe von 5 Mil­lio­nen Mark zusam­men. Die Spen­den­aktion erhielt den Namen „Brot für die Welt“, um an das Brot des Lebens in Jesus Christus und die Ge­schichte der Spe­isung der Fünf­tausend zu er­innern.

Diesem Aufruf folgte auch der Kirchen­vorstand der Paul-Ger­hardt-Kirch­gemein­de mit dem Be­schluss, die beiden Christ­vesper­kollek­ten 1959 an „Brot für die Welt“ weiter­zuleiten. Das ergab ein be­achtli­ches Ergeb­nis von etwa 3600 Mark! In den folgen­den Jahren wurden neben „Brot für die Welt“ auch andere karita­tive Zwecke sowie die Jugend­arbeit bedacht. 1975 wurde erneut in beiden Christ­vesper­kollek­ten für „Brot für die Welt“ gesam­melt, mit einem Ergeb­nis in gleicher Höhe wie 1959. Ab dem Jahre 1979 wurde bis heute durch­gehend am Heili­gen Abend für „Brot für die Welt“ ge­sammelt.

Der Beschluss vom 26. Mai 1984 ent­wickelte sich zu einer Initial­zündung. In den Gemeinde­nachrich­ten Juli 1984 wird die Ge­meinde er­mutigt zu spenden, da in Afrika eine große Dürre herrsche, die insbeson­dere das Leben der Kinder ge­fähr­de. Schon kurz darauf, am 6. Juli, war ein Zwischen­stand von fast 13 000 Mark erreicht. Und am Heili­gen Abend 1984 wurden in den beiden Christ­vespern über 20 000 Mark gesam­melt, hinzu kamen über 20 000 Mark an Spenden, sodass etwa 41 500 Mark an die Hilfs­bedürfti­gen weiter­gegeben werden konnten. Ab 1987 wurden dann in der Zeit vom 1. Advent bis zum 6. Januar die Ausgangs­kollekten für „Brot für die Welt“ gesam­melt, wie es heute noch Praxis ist. Im Jahre 1988 kamen mit den Spenden knapp 30 000 Mark zusam­men. Diese Summe stellt auch ein hervor­ragen­des Ergeb­nis dar.

Das Jahr der Währungs­umstel­lung 1990 brachte ein erstaun­lich gutes Kollekten­ergebnis für den Heiligen Abend von reich­lich 15 000 DM. In den 90er Jahren gab es dann drei Spender, die über meh­rere Jahre allein jeweils ins­gesamt 9000 DM aufbrachten. So wur­den 1993 ins­gesamt 28 600 DM erzielt.

Es gab durchaus immer wieder mal Diskus­sionen, ob man infolge der Geld­not der Ge­meinde Teile der Christ­vesper­kollekte ande­ren Zwecken zu­kommen lassen sollte. Jedoch bestä­tigte der Kirchen­vorstand stets, die nun­mehr 35-jährige durch­gängige Tradition bei­zubehal­ten. Pfarrer Rein­hard Enders hat viele Jahre bei einer Arbeits­gruppe inner­halb der Aktion „Brot für die Welt“ bei der Dia­konie Sachsen in Rade­beul mit­gearbei­tet. Diese Arbeits­gruppe hat sich um kon­krete Pro­jekte geküm­mert, um die Ano­nymi­tät des „großen Topfes“ auf­zu­brechen.

Mit der Gemeinde­vereinigung von 1999 fließen in die Summen­zahlen auch die Ergeb­nisse der Christ­vespern in der Geth­semane­kirche ein. Die Ein­führung des Euro brachte in etwa eine Halbie­rung der nomina­len Werte. In der Regel er­reichte unsere Kirch­gemeinde ein Ergeb­nis von über 10 000 Euro. Im Jahr 2009 wid­mete der Kirchen­vorstand die Summe hälftig einem beson­deren Projekt inner­halb von „Brot für die Welt“ in Kamerun.

So gingen auch im Jahre 2014 die Christ­vesper­kollek­ten an „Brot für die Welt“. Am Heili­gen Abend steckten die Men­schen über 10 000 Euro in die Kollekten­büchsen unse­rer beiden Kirchen. Das war etwa ein Drittel mehr als in den Jahren zuvor. Mit weite­ren Spenden konnte die Summe von fast 12 500 Euro an „Brot für die Welt“ über­wiesen wer­den. Viel­leicht gelingt es in Zukunft wieder stärker, Einzel­spender zu gewin­nen, die ihre Spende über unsere Kirch­gemeinde an „Brot für die Welt“ geben. Viel­leicht fühlen Sie, lieber Leser dieser Zeilen, sich gerufen – die An­gaben zu unserem Spenden­konto finden Sie >hier.

(nach einer Zusammen­stellung von Pfr. Dr. Reinhard Junghans – den ge­samten Artikel finden Sie >hier als PDF-Datei)