Unsere Konfession

Wir sind eine Gemeinde evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Doch was bedeuten eigentlich die beiden Begriffe „evangelisch“ und „lutherisch“, die unsere Gemeinde im Namen trägt?

Die Evangelisch-Lutherische Kirche ist aus der Re­formation im 16. Jahr­hundert hervor­gegangen. Die Reformatoren, unter ihnen Martin Luther, wollten die alte römisch-katholi­sche Kirche erneuern. Im Mittel­punkt dieser Erneuerungs­bewegung stand das Ver­hältnis des Men­schen zu Gott und die Be­tonung der Gnade Gottes.

 

Die Grundgedanken der Reformation

Die Theologie der Reformation lässt sich kurz und treffend in den fünf soli (lat. solus „allein“) auf den Punkt bringen:

solus Christus – allein Christus
Allein Jesus Christus ist der Grund und das Haupt der Kirche, denn in ihm zeigt sich der uns Menschen lie­bende Gott. Es bedarf keines anderen Mittlers, um Gott anzurufen.

sola gratia – allein aus Gnade
Allein durch Gnade erlangen wir Gottes Zuwen­dung und das ewige Leben. Ein Mensch kann sich Gottes An­erken­nung nicht durch eigenes Handeln verdienen.

solo verbo – allein durch das Wort
Allein durch die Verkündigung und das Hören des Wortes Gottes entsteht Glaube im Menschen.

sola scriptura – allein die Schrift
Allein die Bibel ist Grundlage und Maßstab unseres Glaubens. Sie benötigt keine Ergänzung durch die kirchliche Tradition.

sola fide – allein durch Glauben
Allein durch den Glauben, ohne unser Zutun und unsere guten Werke, sind wir vor Gott gerechtfertigt.

Diese fünf solien münden in das soli Deo gloria – Allein Gott sei Ehre.

 

Die Lutherrose

Ein bekanntes Symbol der Evangelisch-Lutherischen Kirche ist die Lutherrose. Sie war das Siegel, das Martin Luther ab 1530 für seinen Briefverkehr verwendete. Die Lutherrose sei, so Martin Luther, ein Merkzeichen seiner Theologie.

Formen und Farben der Lutherrose ste­cken voller Symbolik, Martin Luther selbst deutete sein Wappen in einem Brief an Lazarus Spenger vom 8. Juli 1530 so:

„Das erste soll ein Kreuz sein, schwarz, im Herzen, das seine natürliche Farbe hat, damit ich mir selbst Erinnerung gebe, dass uns der Glaube an den Ge­kreuzigten selig macht. Denn wenn man von Her­zen glaubt, wird man gerecht. Dass es ein schwar­zes Kreuz ist, morti­fiziert und soll auch weh tun, dennoch belässt es das Herz in seiner Farbe, verdirbt die Natur nicht, das heißt, es tötet nicht, sondern erhält leben­dig. Das Herz aber soll mitten in einer weißen Rose stehen, um zu zeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt, darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiß ist die Farbe der Geister und aller Engel. Eine solche Rose steht im himmel­farbe­nen Feld, dass solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang der zukünftigen himmlischen Freude ist, jetzt wohl schon innerlich begriffen und durch Hoffnung gefasst, aber noch nicht offenbar. Und um dieses Feld einen goldenen Ring, dass solch Seligkeit im Himmel ewig währt und kein Ende hat und auch köstlicher ist als alle Freude und Güter, so wie das Gold das höchste, köstlichste Erz ist.“