Konfirmandenrüstzeit Klasse 7 im Juni

Was ist Segen?

45 Konfirmandinnen und Konfirmanden aus Markklee­berg-Ost, Marienbrunn und Connewitz-Lößnig erlebten vom 16. bis 18.Juni ein eindrückliches Konfiwochenende in Dreiskau-Muckern. Spielen, baden im Störmthaler See, Zeit zum Nach­denken – das alles und noch viel mehr erlebten wir in diesen Tagen. Freundschaften wurden geschlos­sen oder vertieft. Drei Konfigruppen fanden jeden Tag ein bisschen mehr zusammen.

Was ist Segen? Dieser Frage gingen wir nach bei unseren Thema­gesprächen. Die Geschichte von Jakob aus der Bibel gab uns wichtige Impulse dafür. Für unsere Abend­andachten im Kerzen­schein durf­ten wir die wunder­schöne alte Dorfkirche nutzen.

Dort feierten wir auch unseren Abschlussgottesdienst am Sonntag, zu dem die Eltern mit eingeladen waren. So einen Gottesdienst hatten die wenigsten schon erlebt: ein Geburtstags­ständchen war mit drin und ein wun­der­bares Anspiel zur Geschichte vom verlore­nen Sohn. Wir sangen Lieder, die die Jugendlichen selbst aus­gesucht hatten. Einige trugen ihre eigenen Pre­digt­gedanken vor. Brausend erklang die alte Or­gel (mit Blasebalg!), als einer der Konfirmanden Bachs Toccata (auswendig!) zum Be­sten gab, und zu guter­ Letzt flo­gen Papier­flieger mit Se­gens­sprü­chen auf die versammelte Got­tes­dienst­gemein­de herab. Ein un­ver­gess­liches Erlebnis!

Herzlichen Dank den sechs Mit­ar­bei­terinnen und Mitarbei­tern, die sich wunderbar ergänzten!

Pfarrerin Ruth Alber


„Erstens kommt es anders, und zweitens …“

Mitarbeiterausflug 2017

Wir standen auf dem Hauptbahnhof, bereit, in den Zug einzusteigen, der uns nach Leisnig fahren sollte. Die Kolleginnen vom Kindergarten hatten für uns einen Ausflug organisiert: auf die Burg Mildenstein wollten wir wandern.

Leider fiel unser Zug aus, und ob der nächste fährt, wusste die Deutsche Bahn auch nicht. Da schlug uns die engagierte Gästeführerin, Frau Zimmermann (Museums­pädago­gin) spontan eine ‚etwas andere‘ Stadtführung in Leipzig vor. Und so machten wir uns bei strahlendem Sonnenschein zu Fuß auf den Weg durch die Innenstadt, um dort Neues zu entdecken. Es gelang ihr mit ihren Erklärungen tatsächlich, uns regel­mäßig mit interessanten Details zu überraschen!

Zum Beispiel begegneten wir dem „Blauen Hecht“ über einem Hauseingang, sahen in einem Supermarkt im historischen Ambiente erstaunt die Wandmalereien und standen lange vor dem „Wendebild“ von Michael Fischer-Art am Brühl. In der Strohsack-Pas­sage entdeckten wir an der im Glasboden eingelassenen Uhr, dass die Zeiger eine Frau und einen Mann darstellen und so dieses Einander-nicht-Einholen-Können sym­bo­lisieren. Ein Sekunden­pendel als Spiegel (mit Achse zum Himmel) umläuft sie – für die mögliche Selbsterkenntnis des Menschen.

Die kunsthandwerklichen Arbeiten im Messepalast Speck,s Hof zeigten im Sonnen­licht ihr schönstes Gesicht. Neben dem Wandfries von Bruno Giesel (Neue Leipziger Schule) sahen wir die Fensterbilder eines Treppen­hauses mit anderen Augen – sie stel­len die vier „sächsischen Tugenden“ dar: Friedensliebe (Hund und Katz), Mit­teil­samkeit (Frau mit Gänsen), Fröhlichkeit (Musiker) und Spar­sam­keit (Hund mit Geiz­knochen). Dann führte uns der Spaziergang an die Nikolaikirche, an deren Rückseite – was kaum einer weiß – ein Hufeisen zu ent­decken ist. Für Handwerks­burschen auf der Walz war das Wissen über dessen Standort der Nachweis, wirklich in Leipzig gewesen zu sein.

Im Gang des Hörsaalgebäudes der Universi­tät (Augusteum) sahen wir uns die großen Gemälde an, deren öffentliche Ausstellung im Vorfeld so heiß umstritten war: das von Erich Loest in Auftrag gegebene Werk von Rein­hard Minke­witz „Aufrecht stehen ...“ und das Bild von Wer­ner Tübke „Arbeiterklasse und In­telli­genz“, wobei ersteres in der Langform seines Titels Herbert Belter, Ernst Bloch, Werner Ihmels, Hans Ma­yer, Wolfgang Nato­nek und Georg-Siegfried Schmutzler gewid­met ist. Beim Be­trachten beider Bilder wurde fühl- und erlebbar, wie ein (zeit-)geschichtliches Spannungsfeld aussehen kann, um zum Nachdenken über die eigene Geschichte anzuregen.

Interessant zu erfahren war, dass wir im wieder entstandenen Paulinum mit Aula und Andachtsraum quasi auf dem Boden des Dominikanerklosters St. Pauli aus dem 13. Jahr­hundert stehen.

Dann ließen wir uns, erschöpft und mit vielen neuen Eindrücken, im Garten des „Bayerischen Bahnhofs“ auf die Stühle fallen …

Michaela Hausmann